Glücksspielreform in Österreich: Kritik am Monopol wächst
Geschrieben von
Aktualisiert von Moritz Pohl 25. März 2026
Die geplante Glücksspielreform in Österreich stößt bereits vor ihrer Umsetzung auf starken Widerstand der Branche. Kritiker bemängeln, dass der Entwurf bestehende Probleme nicht löst, sondern verschärfen könnte. Die Wirtschaftskammer Österreich sieht zudem zu wenig Maßnahmen, um den Markt nachhaltig zu regulieren und Spielerschutz sowie staatliche Kontrolle zu sichern.
Monopol im Zentrum der Debatte
Ein zentraler Kritikpunkt ist das bestehende Glücksspielmonopol, das nach Ansicht vieler Branchenvertreter strukturelle Schwächen aufweist. Dieses Modell gilt als einer der Hauptgründe, dass Spieler zunehmend auf Top internationale Online Casinos außerhalb Österreichs ausweichen.
Die Folgen sind erheblich: Ein wachsender Teil der Aktivitäten findet außerhalb des regulierten Marktes statt, wodurch staatliche Aufsicht und Abgabeneinnahmen sinken.
Niedrige Kanalisierung als zentrales Problem
Ein weiterer wesentlicher Punkt ist die sogenannte Kanalisierung der Spieler in legale Angebote. Aktuell werden laut Berichten lediglich 29 bis 37 % der Nutzer in regulierte Märkte gelenkt.
In Ländern mit einem liberaleren Lizenzsystem liegen diese Werte deutlich höher und erreichen teilweise bis zu 90 %. Die Branche argumentiert daher, dass ein zu restriktives System den gegenteiligen Effekt haben kann und den illegalen Markt weiter stärkt.
Schwarzmarkt gewinnt an Bedeutung
Im europäischen Vergleich nimmt Österreich mit seinem Monopolmodell eine Sonderrolle ein. Ähnliche Strukturen bestehen nur noch in wenigen Ländern. Kritiker warnen daher, dass der Online-Schwarzmarkt weiter wachsen könnte, sollte das System unverändert bleiben.
Bereits jetzt wird das Volumen des nicht regulierten Marktes auf bis zu 650 Millionen Euro geschätzt. Ohne strukturelle Anpassungen könnte dieser Anteil künftig weiter steigen und die Regulierungswirkung des Staates zusätzlich schwächen.
Wirtschaftliche Auswirkungen im Fokus
Neben regulatorischen Fragen stehen auch wirtschaftliche Konsequenzen im Raum. Geplante Verschärfungen könnten insbesondere im Bereich der Automatenspiele dazu führen, dass Betreiber unter Druck geraten und Konzessionen zurückgeben.
Die möglichen Folgen sind erheblich: Es drohen Steuerausfälle von über 100 Millionen Euro jährlich sowie der Verlust von rund 1.500 Arbeitsplätzen. Insgesamt könnten laut Schätzungen sogar bis zu 250 Millionen Euro an Einnahmen entgehen, wenn sich die Marktstruktur nicht ändert.
Entscheidende Phase für die Zukunft des Marktes
Der Gesetzesentwurf befindet sich derzeit noch im politischen Abstimmungsprozess. Eine Verabschiedung ist für das Frühjahr 2026 geplant, während mehrere bestehende Konzessionen im Jahr 2027 auslaufen.
Damit stehen die kommenden Monate im Zeichen grundlegender Entscheidungen. Es geht nicht nur um eine Reform, sondern um die künftige Ausrichtung des österreichischen Glücksspielmarktes und die Frage, wie Regulierung, Wettbewerb und Spielerschutz künftig ausgestaltet werden.
Verfasst von
Leon Bürger
Chefredakteur
Mit über 25 Jahren Erfahrung im Bereich Online Casino ist Leon zurecht der Chefredakteur der deutschen Ausgabe von Casino.online.
Geprüft von
Moritz Pohl
Redakteur
Der Bonus-Profi Moritz kennt jeden Anbieter beim Vornamen. Er testet seit über 12 Jahren Online Casinos, Buchmacher und Bonus Angebote.
