article img

Online-Poker in Deutschland: Debatte über Tischlimits gewinnt an Bedeutung

Moritz Pohl

Geschrieben von

10. März 2026

Die Regulierung des Online-Glücksspiels in Deutschland umfasst auch Tischlimits im Online-Poker. Spieler dürfen auf lizenzierten Plattformen derzeit maximal vier Tische gleichzeitig öffnen. Die Regel soll den Spielerschutz stärken, sorgt jedoch innerhalb der Poker-Community für Diskussionen. Eine neue Petition fordert nun eine Anpassung dieser Begrenzung.

Diskussion um Tischlimits im deutschen Online-Poker

Im deutschen Online-Pokermarkt steht derzeit eine zentrale Regelung der Glücksspielregulierung im Fokus: die Begrenzung der gleichzeitig spielbaren Pokertische. Diese Vorschrift, die im Glücksspielstaatsvertrag verankert ist, erlaubt es Spielern bei lizenzierten Anbietern in Deutschland, maximal vier Pokertische parallel zu öffnen. Die Tischlimits gelten für alle Anbieter im regulierten Markt und sind Teil der Maßnahmen zum Spielerschutz.

Die Begrenzung wurde eingeführt, um die Intensität des Spielens zu kontrollieren und verantwortungsbewusstes Spielverhalten zu fördern. Durch die Limits bei gleichzeitig geöffneten Tischen soll verhindert werden, dass Spieler zu viele Hände in kurzer Zeit spielen. Ziel ist es, das Spieltempo zu reduzieren, das Risiko problematischen Spielens zu verringern und den Spielerschutz innerhalb des regulierten Online-Pokermarktes zu stärken.

Petition fordert Anpassung der bestehenden Regelung

Im Februar 2026 wurde eine Online-Petition gestartet, die eine Anpassung dieser Begrenzung fordert. Sie richtet sich an den Deutschen Bundestag sowie an die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL). Ziel der Initiative ist es, die maximale Anzahl gleichzeitig gespielter Pokertische zu erhöhen oder flexiblere Regelungen einzuführen.

Die Initiatoren argumentieren, dass die aktuelle Vier-Tische-Grenze insbesondere für erfahrene Spieler eine starke Einschränkung darstellt. Im Online-Poker ist es üblich, mehrere Tische parallel zu spielen. Diese Praxis wird als „Multitabling“ bezeichnet und gehört für viele regelmäßige Spieler zum normalen Ablauf einer Spielsession.

Multitabling als Bestandteil des Online-Pokers

Beim Multitabling öffnen Spieler mehrere Pokertische gleichzeitig, um mehr Hände pro Stunde spielen zu können. Dadurch lassen sich statistische Schwankungen besser ausgleichen, und das Spielvolumen steigt. In vielen internationalen Online-Pokerräumen ist es üblich, deutlich mehr als vier Tische parallel zu spielen.

Nach Ansicht der Petition könnte die derzeitige Beschränkung dazu führen, dass einige Spieler alternative Angebote außerhalb des regulierten Marktes nutzen. Auf Plattformen ohne deutsche Lizenz gelten diese Begrenzungen oft nicht. Kritiker sehen darin ein mögliches Problem für das Ziel der sogenannten Kanalisierung, also die Lenkung von Spielern in den regulierten und überwachten Markt.

Mögliche Änderungen im Rahmen der Evaluierung 2026

Der Glücksspielstaatsvertrag sieht regelmäßige Überprüfungen seiner Wirkung vor. Eine umfassende Evaluierung ist für das Jahr 2026 geplant. Dabei soll untersucht werden, ob einzelne Regelungen im Online-Glücksspielmarkt weiterhin angemessen sind oder angepasst werden sollten.

Im Zusammenhang mit dieser Evaluierung wird auch über mögliche Änderungen der Tischlimits diskutiert. Vorschläge reichen von einer Erhöhung auf acht oder zwölf parallele Tische bis hin zu flexiblen Modellen für verifizierte oder erfahrene Spieler. Ob es tatsächlich zu Anpassungen kommt, bleibt jedoch offen und hängt von politischen Entscheidungen der Bundesländer ab.

author

Verfasst von

Moritz Pohl

Redakteur

Der Bonus-Profi Moritz kennt jeden Anbieter beim Vornamen. Er testet seit über 12 Jahren Online Casinos, Buchmacher und Bonus Angebote.

author

Geprüft von

Daniela Stoeva

Chefredakteurin

Seit 2016 testet Daniela erfolgreich Online Casinos bei auf Casino.online. Mehr als 1200 Publikationen tragen ihre professionelle Handschrift.